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Refraktionsfehler

Gesunde Auge

Beim Fernblick bildet das normalsichtige gesunde Auge einen unendlich entfernten Punkt auf der Netzhaut scharf ab, d.h. der Brennpunkt liegt genau auf der Netzhaut. Die Augenlänge (ca. 24 mm) beim Fernblick entspricht dem Linsenbrechwert (D = +59 Dioptrien). Der entfernte Punkt liegt im Unendlichen. emetropickeokortxt5375.jpg Emetropische Auge

Kurzsichtigkeit – Myopie

Das kurzsichtige Auge hat eine verlängerte vorder-hintere Achse (die Verlängerung von 1 mm entspricht etwa 3 Dioptrien) oder hohe Brechkraft des optischen Systems. Die Ursachen für die Kurzsichtigkeit sind Erbanlage, übermäßige Augenbelastung im Jugendalter etc. Die Kurzsichtigkeit ist ein häufig vorkommender Sehfehler und in letzten Jahren nimmt sie immens zu. Zum Beispiel in den USA stieg der Anteil der Kurzsichtigen von 14 % der Bevölkerung im Jahr 1981 auf ganze 25 % im Vorjahr. Der Kurssichtige sieht meistens die nahen Gegenstände scharf und die weiter entfernten unscharf. Etwa 90 % der Kurzsichtigen hat höchstens –6 Dioptrien, 5 % –6 bis –10 Dioptrien und 5 % –10 bis –30 Dioptrien.
Beim kurzsichtigen Auge liegt beim Fernblick der Brennpunkt innerhalb des Auges vor der Netzhaut. Die Folge – weiter entfernte Gegenstände werden unscharf wahrgenommen myopickeokortxt5380.jpg
Myopische Auge

Weitsichtigkeit – Hypermetropie

Das weitsichtige Auge hat eine kurze vorder-hintere Achse oder unzureichende Brechkraft des optischen Systems. Es ist ein angeborener, manchmal erblicher Sehfehler. An der Weitsichtigkeit leiden etwa 35 % der Bevölkerung. Die Dioptrienzahl liegt im Bereich von +2 bis +6. Der Weitsichtige sieht möglicherweise in der Jugend ziemlich gut. Mit dem zunehmenden Alter lässt seine Sehkraft nach, zuerst erscheinen die nahen Gegenstände unscharf, später auch die entfernten. Häufig kommt auch Schielen parallel mit Stumpfsichtigkeit dazu.
Beim weitsichtigen Auge liegt beim Fernblick der Brennpunkt hinter der Netzhaut. Die Hypermetropie kann ganz oder teilweise durch die Erhöhung der Linsenbrechkraft (Akkomodation) behoben werden. Dank der Akkomodation kann der Weitsichtige entfernte Gegenstände scharf sehen. hypermetropickeokortxt5381.jpg Hypemetropische Auge ohne Akkommodation

Stabsichtigkeit – astigmatizmus

Manchmal tritt die Stabsichtigkeit als selbstständiger Sehfehler auf, häufig ist sie jedoch von Kurz- oder Weitsichtigkeit begleitet. Es handelt sich um einen zylindrischen Sehfehler. Das Auge weist in den zueinander senkrechten Achsen verschiedene dioptrische Stärke auf. Folglich nimmt das Auge nicht die Form einer Kugel ein, sondern die eines leicht zusammengedrückten Balles. Die Konturen des fixierten Gegenstandes werden auf der Netzhaut nicht exakt abgebildet, z.B. der Quadrat wird als Rechteck oder Rhomboid wahrgenommen.
Ein Punkt wird nicht als Punkt wahrgenommen, sondern als zwei Linien. Astigmatizche Sehfehler beeinträchtigen wesentlich die Sehqualität. astigmatismus1rtxt5382.jpg Astigmatizms

Stumpfsichtigkeit

Die Stumpfsichtigkeit ist kein Sehfehler, sondern ein Funktionsfehler. Der Sehanalysator im Gehirn unterdrückt das von dem schwächeren Auge wahrgenommene Bild. Auf Grund derzeitiger Kenntnisse der Medizin kann die Stumpfsichtigkeit nur im Kindesalter (bis etwa 9 Jahre) geheilt werden. Nach der Laserkorrektur tritt jedoch eine Verbesserung des Zustandes ein.

Alterssichtigkeit – Presbyopie

Die Alterssichtigkeit ist kein klassischer Sehfehler. Die physiologische Fähigkeit der Augenlinse, sich automatisch auf unterschiedliche Entfernungen (insbesondere in der Nähe) scharf zu stellen, lässt nach.
Bei der Akkomodation erhöht sich die Verkrümmung der Augenlinse, insbesondere vorne. Mit dem zunehmenden Alter lässt bei jedem Menschen die Elastizität der Augenlinse nach und damit auch die Akkomodationsfähig­keit.
Obwohl dieser Prozess bereits in der Jugend beginnt, kommt er erst im Alter von etwa 40 Jahren evident zum Vorschein. Die Akkomodationsfähig­keit der Linse lässt dermaßen nach, dass das Auge sich nicht mehr auf nahe Entfernung scharf zu stellen vermag. Um die Zeitung oder das Buch lesen zu können, muss man das Schriftstück auf eine Armlänge halten – und bald wird auch der Arm zu kurz!
Im Laufe der Jahre wird der Zustand immer schlechter, bis er sich im Alter von etwa 60 Jahren stabilisiert. Eine Lesebrille benötigen 40 % der Menschen im mittleren und 90 % im höheren Alter.

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Alterssichtiges Auge beim Nahsehen horizontales

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Querprofil durch das menschliche Auge


 
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